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Atlas der Weltwirtschaft – Zahlen, Fakten und Analysen zur globalisierten Ökonomie

Warum kommen so viele Entwicklungsländer nicht von der Stelle? Wie hängen Ungleichheit und Arbeitslosigkeit mit Zinsen, internationalem Handel und der Lohnpolitik zusammen? Welche Folgen hat die Klimakatastrophe für unsere Art zu wirtschaften? Wie wirkt sich der Corona-Schock auf die Wirtschaft aus und was muss die Wirtschaftspolitik jetzt tun? Antworten auf diese und zahlreiche weitere Fragen liefert der neue „Atlas der Weltwirtschaft 2020/21 – Zahlen, Fakten und Analysen zur globalisierten Ökonomie“ von Friederike Spiecker, Stefan Dudey und Heiner Flassbeck. In bislang nicht dagewesener Weise bietet der Atlas Zahlen, Fakten und politisch brisante Erkenntnisse zur Weltwirtschaft, anschaulich aufbereitet und verständlich analysiert. Für alle, die zunehmend komplexen Zusammenhängen auf den Grund gehen und Weltwirtschaft wirklich verstehen wollen.

Die Kenntnis der grundlegenden Vorgänge in der Weltwirtschaft ist Voraussetzung für eine rationale Wirtschaftspolitik, die sich nicht mit der nationalen Sicht oder allenfalls der Perspektive der reichen Industrieländer begnügt, sondern nachhaltige Lösungen für die drängendsten Probleme der Weltgemeinschaft insgesamt sucht.

Wer sich über die globalisierte Ökonomie sachlich informieren will, benötigt empirische Informationen. Es nützt aber wenig, eine Vielzahl an Daten über die weltweiten Gegebenheiten zusammenzutragen, ohne dabei zu erklären, wie die Dinge ineinandergreifen. Tut man das, stellt man fest, dass sich bestimmte Muster in den Volkswirtschaften ganz verschiedener Länder wiederholen, weil überall ähnliche wirtschaftspolitische Fehler gemacht werden, die sich wiederum zumeist auf eine ungeeignete Theorie zurückführen lassen. Das Verständnis gesamtwirtschaftlicher Zusammenhänge und eine rigorose Überprüfung der eigenen Thesen anhand empirischer Verläufe würde helfen, die gröbsten Fehler zu vermeiden. Im „Atlas der Weltwirtschaft“ werden die wichtigsten theoretischen Grundlagen angesprochen und anhand von Info-Grafiken veranschaulicht.

Dass man nicht jedem einzelnen Land, ja bisweilen nicht einmal jeder Weltregion in ihrer spezifischen Situation gerecht werden kann, ist unvermeidlich. Es liegt sowohl am Umfang des Themas Weltwirtschaft als auch an der Lückenhaftigkeit der Daten zu zentralen Bereichen. Alle Überlegungen stützen sich auf allgemein verfügbare, möglichst vergleichbare und aus den Quellen der großen internationalen Organisationen stammende Daten.

Nicht berücksichtigt werden Indikatoren zu Institutionen und Machtstrukturen. Ihr Nutzen ist begrenzt, solange nicht einmal Klarheit bezüglich der entscheidenden makroökonomischen Zusammenhänge besteht. Auch auf die Darstellung »weicher« Daten wie Umfragen zu Zufriedenheit, Wohlbefinden oder Freiheit wird verzichtet, selbst wenn das die Beschreibung der Lebenswirklichkeit einschränkt. All diese Faktoren sind wichtig, aber sie lassen sich kaum objektiv messen und weltweit vergleichen. Der Datensatz, der hier vorgelegt und kommentiert wird, liefert ohnehin spannende Einblicke und politisch brisante Erkenntnisse.

In den Kapiteln 1 bis 6 wird die Realwirtschaft aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet. Die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung liefert dafür einen weitgehend konsistenten Bezugsrahmen, der Aussagen über die regionale Verteilung des Einkommens, seine Entstehung und Verwendung in verschiedenen Teilen der Erde ermöglicht. In den Kapiteln 7 bis 11 werden die monetären Verhältnisse der globalisierten Ökonomie beschrieben und aus ihrer Analyse in Verbindung mit den realwirtschaftlichen Vorgängen wirtschaftspolitische Schlussfolgerungen gezogen. Kapitel 12 wirft einen Blick auf Zunahme und Struktur der Weltbevölkerung, der in Kapitel 13 um die beunruhigenden Perspektiven der Entwicklung des Klimas erweitert wird. In einem Sonderteil werden die wirtschaftlichen Auswirkungen der durch die Corona-Pandemie ausgelösten Krise mit aktuellen Konjunkturindikatoren beleuchtet. Er schließt mit einem Ausblick auf die wirtschaftspolitischen Erfordernisse zur Überwindung der ökonomischen Krisenfolgen ab.

Die Farbgestaltung des Hefts steht für die Vielfalt der Welt der Wirtschaft und soll das Interesse der Leserinnen und Leser wecken, dient aber vor allem der inhaltlichen Orientierung. Die Farbverteilung, mit der die Weltkarte auf der nachfolgenden Seite versehen ist, findet sich für die einzelnen Länder und Ländergruppen in jedem Kapitel wieder und erleichtert so, regionale Zusammenhänge rasch zu erfassen.

Der „Atlas der Weltwirtschaft“ liefert ein Gesamtbild, das starke Hinweise darauf enthält, was in der Weltwirtschaft schiefläuft und was die Staatengemeinschaft dagegen tun sollte. Dabei bleiben auf begrenztem Raum Wünsche offen. Die oft dramatische Ungleichheit innerhalb von Gesellschaften wird in Folgeausgaben genauer in den Blick genommen werden. Dasselbe gilt für den Bereich Gesundheit.

Die große globale Aufgabe ist es, der Masse der Menschen eine Perspektive zur Verbesserung ihres Lebensstandards zu geben und gleichzeitig das Handeln der Menschen in nachhaltige Übereinstimmung mit den natürlichen Ressourcen zu bringen, die unser Planet bietet. Dazu wollen wir einen Beitrag leisten.

Friederike Spiecker

Friederike SpieckerFriederike Spiecker ist Diplom-Volkswirtin und absolvierte von 1986 bis 1991 ihr Studium der Volkswirtschaftslehre an der Uni Konstanz. Spiecker hat in der Konjunkturabteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin gearbeitet. Sie lernte in den 1990er Jahren in der Konjunkturabteilung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin das Handwerkszeug in theoretischer und empirischer Makroökonomie sowie Konjunkturprognose. Heute arbeitet sie als freie Wirtschaftspublizistin zu nationalen wie internationalen Fragen der Wirtschaftspolitik. Zudem ist sie in der wirtschaftspolitischen Beratung von Parteien, Gewerkschaften und Verbanden tätig.

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